
Wir testen seit Jahren Dating-Plattformen, und in fast jedem Test steht ein Abschnitt zur Sicherheit. Irgendwann reichte uns das nicht mehr. Die Fragen, die uns Leserinnen und Leser stellen, passen nicht in einen Absatz: Wie erkenne ich ein gefälschtes Profil, bevor ich Gefühle investiere? Was passiert mit meinen Daten, wenn ich die App lösche? Was tue ich, wenn jemand mit intimen Bildern droht? Welche Rechte habe ich gegenüber der Plattform? Diese Rubrik beantwortet sie, eine Seite pro Thema, mit Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik und den Empfehlungen der Schweizer Polizeikorps.
Geschrieben haben die Seiten Jonas Weber, der bei uns Apps auf Sicherheit und Datenschutz prüft, und Amélie Rossi, unsere Juristin für Konsumrecht. Wir haben dabei auf das verzichtet, was sonst zu unseren Tests gehört: In dieser Rubrik findest du keine Empfehlung für eine bestimmte Plattform und keinen Anmelde-Button. Es geht nur um dich und darum, dass dir das Kennenlernen im Netz Freude macht statt Sorgen.
Die 10 Regeln in Kürze
- Kein Geld an Internetbekanntschaften. Nie, in keiner Form, auch nicht als Darlehen, Zollgebühr oder Krypto-Investition. Diese eine Regel verhindert den grössten Teil der Schäden, die in Romance Scam in der Schweiz beschrieben sind.
- Bleib im Chat der Plattform, bis ihr euch per Video gesehen habt. Der frühe Wunsch nach WhatsApp oder Telegram ist eines der zuverlässigsten Warnzeichen, siehe Fake-Profile erkennen.
- Prüfe Fotos mit der Rückwärtssuche, wenn sie dir zu perfekt vorkommen, und bitte nach ein paar Tagen um einen Videoanruf. Wer dreimal ausweicht, hat etwas zu verbergen.
- Gib so wenig Daten preis wie nötig. Kein Nachname, keine Adresse, kein Arbeitgeber im Profil, und keine Ausweiskopie an Privatpersonen. Was Apps über dich speichern und wie du es löschen lässt, steht in Datenschutz bei Dating-Apps.
- Schick keine intimen Bilder, auf denen du erkennbar bist, an Menschen, die du nicht getroffen hast. Falls du erpresst wirst: nicht zahlen, Beweise sichern, Anzeige. Mehr in Sextortion beim Online-Dating.
- Triff dich zuerst öffentlich, tagsüber oder am frühen Abend, und sag einer Vertrauensperson, wo du bist und mit wem. Die ganze Checkliste findest du in Sicheres erstes Treffen.
- Komm und geh selbstständig. Eigenes Billett, eigene Rückfahrt, und das Glas bleibt im Blick. Ein höflicher Abschied nach zwanzig Minuten ist jederzeit erlaubt.
- Verlass dich nicht auf Häkchen. „Geprüftes Profil“ bedeutet je nach Anbieter nur eine bestätigte E-Mail. Was die einzelnen Plattformen wirklich kontrollieren, zeigt Wie Plattformen Profile prüfen.
- Melde, was dir komisch vorkommt, bevor du blockierst. Jede Meldung, die zu einer Sperrung führt, schützt die nächste Person, die dasselbe Profil anschreibt.
- Kenn deine Rechte. Auskunft über deine Daten, Löschung, Kündigungsfristen, Widerspruch gegen Abbuchungen: Was die Plattform dir schuldet, erklärt Deine Rechte beim Online-Dating.
Alle Ratgeber zur Sicherheit
Hilfe und Meldestellen
Wenn etwas passiert ist, zählt Tempo. Diese Stellen sind für dich da:
- Polizei 117, bei akuter Gefahr oder Bedrohung.
- Sanität 144, bei einem medizinischen Notfall.
- Dargebotene Hand 143, rund um die Uhr, anonym und kostenlos, wenn du reden musst.
- Opferhilfe: Beratung kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, auch für Angehörige, über opferhilfe-schweiz.ch oder die nationale Nummer 142 (keine Notrufnummer).
- cybercrimepolice.ch: Informationen der Schweizer Polizeikorps zu aktuellen Maschen und das Formular Ereignis melden. Eine Strafanzeige erstattest du auf dem Polizeiposten.
- Bundesamt für Cybersicherheit BACS: Meldeformular für Cybervorfälle auf bacs.admin.ch.
So arbeiten wir in dieser Rubrik
Jede Zahl auf diesen Seiten hat eine Quelle, und die steht am Ende der jeweiligen Seite: die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik, die Halbjahresberichte des Bundesamts für Cybersicherheit, die Kampagnen der Schweizerischen Kriminalprävention, Mitteilungen der Kantonspolizeien, der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte und die Gesetzestexte auf fedlex. Angaben zu den Plattformen stammen aus deren Sicherheitsseiten, AGB und Hilfeartikeln. Alle Quellen wurden im Oktober 2026 abgerufen; wenn sich etwas ändert, passen wir die Seiten an.
Anders als in unseren Tests gibt es in dieser Rubrik keine Partner-Buttons und keine Empfehlung für einen Anbieter. Wo eine Plattform genannt wird, verlinken wir auf unseren eigenen Testbericht, nie direkt auf die Anmeldung. Verantwortlich für die Inhalte sind Jonas Weber für Sicherheit und Datenschutz und Amélie Rossi für alles, was das Recht betrifft; die rechtlichen Seiten tragen ihre Freigabe. Wenn du einen Fehler findest oder eine Frage offen bleibt, schreib uns über die Kontaktseite, wir antworten und ergänzen.
Wer diese Übersicht verantwortet

Soziologin, testet Dating-Plattformen seit 2020 mit Frauen- und Männerprofil, entscheidet über die Reihenfolge der Bestenlisten.

Testet Apps auf Bedienbarkeit, Sicherheit und Datenschutz, auch für Singles ab 50.

Juristin, liest AGB und Fristen und ordnet sie nach Schweizer Recht ein (Art. 406a ff. OR).

