
Die kurze Antwort: Eine persönliche Partnervermittlung mit Beratungsgespräch und handverlesenen Vorschlägen kostet in der Schweiz schnell mehrere tausend Franken für ein Jahr. Eine Online-Partnervermittlung wie be2, Academic Singles, Parship oder ElitePartner arbeitet mit Persönlichkeitstest und automatischen Vorschlägen, kostet je nach Laufzeit etwa CHF 40 bis 90 pro Monat und lässt dich gratis anfangen. Für die meisten Singles ist online der bessere Start: grössere Auswahl, tieferer Preis, und du kannst ohne Risiko ausprobieren, ob die Vorschläge passen.
Die persönliche Agentur lohnt sich vor allem dann, wenn du wenig Zeit hast, sehr diskret suchen willst oder dir eine Beratung wichtiger ist als die Auswahl. Wie du eine seriöse Agentur erkennst und welche Rechte du bei jedem Vermittlungsvertrag hast, liest du weiter unten.
Was ist eine Partnervermittlung überhaupt?
Das Schweizer Obligationenrecht kennt die Partnervermittlung als eigenen Vertragstyp: Wer einen Auftrag zur Ehe- oder Partnerschaftsvermittlung annimmt, verpflichtet sich, gegen Bezahlung Personen für eine Ehe oder eine feste Partnerschaft zu vermitteln (Art. 406a OR). Entscheidend ist also das Ziel, eine feste Beziehung, und dass die Vermittlung aktiv Kontakte vorschlägt.
Daraus ergeben sich heute zwei Welten. Die klassische Agentur lernt dich in einem Gespräch kennen und stellt dir ausgewählte Personen aus ihrer Kartei vor. Die Online-Partnervermittlung ersetzt das Gespräch durch einen ausführlichen Fragebogen und schlägt dir laufend Singles vor, die nach dem Testergebnis zu dir passen. Davon zu unterscheiden sind Singlebörsen und Dating-Apps, bei denen du selbst suchst und swipest. Einen Überblick über diese findest du bei den Dating-Apps der Schweiz.
Persönliche Partnervermittlung: so läuft es ab

Am Anfang steht fast immer ein Erstgespräch, persönlich oder per Video. Die Vermittlerin oder der Vermittler fragt nach Lebenssituation, Werten, Vorstellungen und Ausschlusskriterien. Danach unterschreibst du einen Vertrag, und die Agentur sucht in ihrer Kartei nach passenden Personen. Erst wenn beide Seiten zustimmen, werden die Kontaktdaten ausgetauscht oder ein Treffen organisiert.
Das hat echte Vorteile. Du musst kein Profil pflegen und keine Nachrichten sortieren, jemand filtert für dich vor. Viele Agenturen prüfen Identität und Lebensumstände ihrer Kundinnen und Kunden persönlich. Und für Menschen, die beruflich exponiert sind oder in einer kleinen Gemeinde leben, ist es angenehm, nicht mit einem Foto auf einer Plattform zu stehen.
Die Kehrseite ist die Auswahl. Eine Agentur kann dir nur Menschen vorstellen, die selbst Kunden sind, und das sind auch bei grossen Büros deutlich weniger als auf einer Plattform. Wie viele Vorschläge du bekommst, hängt stark von deinem Alter, deinem Wohnort und deinen Wünschen ab.
Was kostet eine persönliche Partnervermittlung?
Feste Preislisten veröffentlichen die meisten Agenturen nicht, die Kosten werden im Erstgespräch genannt. Anhaltspunkte liefern Medienberichte: Der «Kassensturz» von SRF dokumentierte 2013 einen 12-Monats-Vertrag für CHF 3'600 und Verträge «bis Erfolg» für CHF 5'000. Je nach Leistung, Exklusivität und Laufzeit können es mehr oder weniger sein. Rechne also eher mit einem vierstelligen Betrag als mit einem Monatsabo, und lass dir genau aufschreiben, wie viele Vorschläge und Treffen darin enthalten sind.
Online-Partnervermittlung: be2, Academic Singles, Parship und ElitePartner

Online-Partnervermittlungen funktionieren nach demselben Grundgedanken wie eine Agentur, nur ohne Büro: Ein Persönlichkeitstest ersetzt das Erstgespräch, ein Algorithmus die Kartei. Anmeldung, Test und erste Vorschläge sind bei allen vier gratis. Wer schreiben und Fotos sehen will, braucht eine Premium-Mitgliedschaft.
be2: der flexible Einstieg
be2 ist seit 2005 in der Schweiz aktiv, dreisprachig und nach eigener Angabe bei nahezu einer Million registrierten Nutzern. Nach dem Persönlichkeitstest schlägt be2 dir Singles vor, die zu deinen Kriterien und zu deinem Testergebnis passen. Laut Vergleichsportalen liegt Premium bei CHF 59.90 pro Monat im Jahresabo, und es gibt schon Laufzeiten ab 3 Monaten. Mehr im be2 Erfahrungsbericht.
Academic Singles: Partnervermittlung für Akademiker
Die Schwestermarke von be2 richtet sich an Singles mit Hochschulabschluss oder ähnlichem Anspruch. Technik und Ablauf sind gleich, das Publikum legt mehr Wert auf Bildung und Beruf. Vergleichsportale nennen rund 200'000 Mitglieder in der Schweiz (laut Vergleichsportalen) und Preise auf be2-Niveau. Zum Academic Singles Test.
Parship und ElitePartner
Parship arbeitet mit rund 40 Fragen und Matching-Punkten von 60 bis 140, Premium gibt es laut parship.ch ab CHF 39.90 pro Monat, bei langen Laufzeiten. ElitePartner richtet sich an Akademiker und Singles mit Anspruch und nennt auf der eigenen Website CHF 49.90 bis 89.90 pro Monat, je nach Laufzeit, kürzer als 6 Monate geht es nicht. Beide gehören zur PE Digital GmbH in Hamburg. Details findest du im Parship Test und im Vergleich be2 vs Parship.
Persönlich oder online: der Vergleich
| Kriterium | Persönliche Agentur | Online-Partnervermittlung |
|---|---|---|
| Kosten | oft mehrere tausend Franken pro Vertrag (Medienberichte: CHF 3'600 bis 5'000) | ca. CHF 40 bis 90 pro Monat, je nach Anbieter und Laufzeit |
| Gratis testen | meist nur das Erstgespräch | Anmeldung, Test und Vorschläge |
| Auswahl | Kundenkartei der Agentur | grosse, schweizweite Community |
| Matching | Einschätzung der Vermittlerin | Persönlichkeitstest und Algorithmus |
| Aufwand für dich | gering, die Agentur sucht | Profil pflegen, selbst schreiben |
| Diskretion | sehr hoch, kein öffentliches Profil | hoch, Fotos meist nur mit Freigabe sichtbar |
| Vertrag | schriftlich, Art. 406a ff. OR | online, Abo mit automatischer Verlängerung |
| Ideal für | wenig Zeit, sehr diskrete Suche, Wunsch nach Beratung | die meisten Singles, die selbst aktiv sein wollen |
In der Praxis schliesst das eine das andere nicht aus. Viele starten online, weil es nichts kostet, sich die Vorschläge anzusehen, und gehen erst zu einer Agentur, wenn sie merken, dass ihnen die eigene Suche zu viel Zeit frisst. Eine Übersicht über alle Plattformen findest du bei den besten Partnerbörsen der Schweiz.
Deine Rechte beim Vermittlungsvertrag

Für die Ehe- und Partnerschaftsvermittlung gelten in der Schweiz besondere Schutzregeln, die du kennen solltest, bevor du unterschreibst. Laut Art. 406d und 406e OR gilt:
- Der Vertrag braucht die Schriftform und muss Leistungen, Preis, Kosten und Zahlungsbedingungen genau nennen.
- Er tritt erst 14 Tage nach Erhalt des beidseitig unterschriebenen Exemplars in Kraft. In dieser Zeit kannst du schriftlich und ohne Kosten widerrufen.
- Vor Ablauf der 14 Tage darf die Vermittlung keine Zahlung annehmen.
- Du kannst den Vertrag jederzeit schriftlich kündigen, ohne Entschädigung (ausser bei einer Kündigung zur Unzeit).
Sind die vereinbarten Kosten unverhältnismässig hoch, kann ein Gericht sie auf Antrag herabsetzen (Art. 406h OR). Eine Bewilligung braucht laut Art. 406c OR nur, wer berufsmässig Personen aus dem Ausland oder ins Ausland vermittelt. Eine allgemeine Bewilligungspflicht für jede Agentur gibt es nicht, ein «bewilligt» auf der Website sagt also nur bei internationaler Vermittlung etwas aus.
Gilt das auch für Online-Plattformen? Die Stiftung für Konsumentenschutz ist der Ansicht, dass diese Regeln auch für Online-Partnervermittlungen gelten, die aktiv Vorschläge machen, und nennt dabei auch be2, Parship und ElitePartner. Gerichtlich geklärt ist das laut der Stiftung noch nicht. Für dich praktisch: Lies bei jedem Online-Abo die Laufzeit und die Kündigungsfrist in der Bestellstrecke, notier dir das Datum, und kündige schriftlich, wenn du nicht verlängern willst.
Woran du eine seriöse Partnervermittlung erkennst
Ob Agentur in Zürich oder Plattform im Netz, die Kriterien sind ähnlich:
- Vollständiges Impressum. Firmenname, Adresse und Handelsregistereintrag sind leicht zu finden. Den Eintrag kannst du im Handelsregister (zefix.ch) selbst prüfen.
- Klare Preise vor der Unterschrift. Was kostet die Einschreibung, was ein Vorschlag, was das Jahr? Eine seriöse Agentur schreibt das in den Vertrag, so wie es das Gesetz verlangt.
- Keine Vorauszahlung in den ersten 14 Tagen. Wer sofort Geld will, hält sich nicht an Art. 406e OR.
- Realistische Versprechen. «Erfolgsgarantie» oder «Liebe in 30 Tagen» sind Werbung, keine Leistung.
- Keine Bilder aus Katalogen. Wer dir vor Vertragsabschluss nur Hochglanzfotos «verfügbarer» Personen zeigt, sollte dir auch sagen können, ob diese wirklich Kundinnen oder Kunden sind.
- Ein ehrliches Erstgespräch, in dem auch gesagt wird, wenn die Suche in deinem Fall schwierig werden könnte (dazu ist die Agentur laut Art. 406g OR verpflichtet).
Bei Online-Anbietern achtest du zusätzlich auf Profilprüfung, eine Melden-Funktion und darauf, ob die Kündigung online möglich ist. Bei be2 und seinen Schwestermarken gibt es dafür im Footer den Link «Verträge hier kündigen».
Partnervermittlung in Zürich, Bern und anderen Städten
Persönliche Agenturen sitzen vor allem in den grossen Städten, also in Zürich, Bern, Basel, Luzern und am Genfersee, und viele arbeiten auch mit Kundinnen und Kunden aus der ganzen Region. Bevor du eine Agentur in deiner Nähe wählst, vergleich mindestens zwei Angebote, frag nach der Zahl aktiver Kunden in deiner Altersgruppe und in deinem Kanton und nimm den Vertragsentwurf mit nach Hause. Die 14 Tage Bedenkzeit gibt dir das Gesetz ohnehin.
Online spielt der Wohnort weniger eine Rolle. be2 und Academic Singles sind in allen Landesteilen aktiv, du stellst einfach den Umkreis ein, in dem du suchst. Gerade ausserhalb der Städte ist das ein Vorteil, weil die Kartei einer lokalen Agentur dort schnell ausgeschöpft ist.
Für wen ist was das Richtige?
Eine persönliche Partnervermittlung passt zu dir, wenn du beruflich stark eingespannt bist, Diskretion über alles stellst und bereit bist, für Beratung und Vorauswahl deutlich mehr zu bezahlen. Eine Online-Partnervermittlung passt, wenn du selbst entscheiden willst, wem du schreibst, eine grosse Auswahl möchtest und erst einmal sehen willst, wer zu dir passt, bevor du Geld ausgibst. Unsere Empfehlung für den Start ist be2, für Akademikerinnen und Akademiker Academic Singles.
Häufige Fragen zur Partnervermittlung in der Schweiz
Was kostet eine Partnervermittlung in der Schweiz?
Persönliche Agenturen verlangen meist einen vierstelligen Betrag pro Vertrag; SRF berichtete von CHF 3'600 für 12 Monate und CHF 5'000 «bis Erfolg». Online-Partnervermittlungen kosten je nach Laufzeit etwa CHF 40 bis 90 pro Monat, Anmeldung und Test sind gratis.
Welche Partnervermittlung ist seriös?
Seriös ist eine Vermittlung mit vollständigem Impressum, schriftlichem Vertrag mit klaren Preisen und ohne Vorauszahlung in den ersten 14 Tagen. Online erfüllen be2, Academic Singles, Parship und ElitePartner diese Grundanforderungen mit Impressum, AGB und Profilprüfung.
Welche ist die beste Partnervermittlung der Schweiz?
Online für die meisten be2, für Akademiker Academic Singles. Eine «beste» Agentur gibt es nicht, entscheidend ist, wie viele passende Kunden sie in deiner Region und Altersgruppe hat.
Kann ich einen Partnervermittlungsvertrag kündigen?
Ja. Nach Art. 406d OR kannst du jederzeit schriftlich kündigen, in den ersten 14 Tagen nach Erhalt des unterschriebenen Vertrags sogar kostenlos widerrufen.
Gibt es eine kostenlose Partnervermittlung?
Komplett gratis nicht. Bei Online-Partnervermittlungen sind Anmeldung, Persönlichkeitstest und Vorschläge kostenlos, für Nachrichten brauchst du Premium.
Brauchen Partnervermittlungen eine Bewilligung?
Nur wer berufsmässig Personen aus dem Ausland oder ins Ausland vermittelt (Art. 406c OR). Für rein inländische Vermittlung gibt es keine allgemeine Bewilligungspflicht.